| Gängiges Feindbild der Selbstentfremdeten in
Wissenschaft und Kunst sei neben einigen Spritzern reiner Götterfunken
der Gegen-Stand. Im selben Maße, wie ich von den eigenen
Urbedürfnissen entfremdet in einem theoretischen Raum ohne Anfang und
Ende, ohne Trieb und Wandlung regressiv und aggressiv dahinvegetiere,
erlebe ich die gesamte Welt als gegen-über. Zwischen mir und dem
anderen tut sich ein unüberbrückbarer, kosmischer, schicksalhafter
Abgrund auf, so dass mir eigentlich nur ganz schlecht würde, wären da
nicht zu meinem ganz persönlichen Glück jene süßen Vorstellung einer
besseren, liebevolleren Welt, zunächst zwar noch virtuell im Internet
und Medienkonzert. Immerhin schon dort. Aber Ach, zwischen mir und
Bildschirm tut sich derselbe unüberwindliche Abgrund auf, den die
vorgetäuschte Ersatznähe und Ersatzkultur durch allerlei lockere
Unterhaltung und endlose Abende füllende Zerstreuung vergeblich zu
überbrücken sucht. Scheiße! Ausweg: Gewalt.
Du bist, was du siehst, höre ich aus Osten. Es stimmt,
sage ich und male mich in jedem Gegenstand selber. Das Geheimnis, das in
mir nach Blüte und Frucht drängt, ist dasselbe in jeder Rose, in jedem
Baum, in jedem Stein, in jedem Augenzwinkern der Geliebten. Authentisch
male der Mensch im Grunde seines Herzens immer wieder sich selber neu.
Ergebnis: Ergänzung. Auch das bin ich. Auch so fühle ich. Auch davon |